Bei diesem Projekt beschäftigen sich die einzelnen Teilnehmer mit von ihnen gewählten Einzelthemen zu verschiedenen Arten und Fällen des Shitstorm. Als Beispiel für einen Shitstorm gegen ein Produkt wird ein neu entwickelter Schuh von Adidas genommen. Dieser war so designet, dass es aussah wie eine Fußfessel, was an die Sklaverei in Amerika erinnerte. Im Internet brach daraufhin ein Sturm der Entrüstung los und der Schuh wurden vom Markt genommen.
Bei einem Shitstorm gegen Einzelpersonen gibt es verschiedene Beispiele: So der gegen einen Politiker der FDP, welcher Medikamente, die in Krankenhäusern nicht mehr gebracht werden, an Menschen, die sich 'normale' Medikamente nicht leisen könnten, verteilen wollte. Dies führte zu einer so großen Welle der Entrüstung, die aber nur aus allgemeinem Frust an der Politik bestand und eher wenig mit dem Thema zu tun hatte. Als negatives Ergebnis gibt der Gestalter des Plakats für dieses Thema die Beschneidung der Demokratie an.
Außerdem werden die Hetze auf Facebook gegen einen 17-Jährigen im Fall der ermordeten Lena, wo die Anführer sogar zum öffentlichen Lynchmord aufrief, und die gegen die junge Sängerin Rebecca Black als Bespiele genommen. Hierbei bleibt die Kritik selten konstruktiv, sondern artet sogar in persönliche Beleidigungen aus.
Als drittes beschäftigte sich ein Teilnehmer mit einem Shitstorm, der sich gegen einen Konzern richtete: Die internationale Entrüstung über das Ende des Computerspiels Mass Effect 3 (wir berichteten in Karlsblatt Vol. 09). Dieser Shitstorm, der sich vor allem in Bildern, aber auch in eine Aktion mit selbstgemachten Törtchen, die anders aussehen, aber gleich schmecken, äußerte, schlug so weite und große Kreise, dass die Firma Bioware sich zu einer Erweiterung des Endes gezwungen sah. Hierbei blieb die Kritik, anders als in anderen Fällen, konstruktiv.
Dieses Projekt zeigt also ganz deutlich die Macht des Internet und ihrer Nutzer, wobei immer darauf geachtet werden muss bei der Kritik nicht unter die Gürtellinie zu gehen.
Alina Rahe, Carina Walter, Laura Mussel
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